Weitere Details zum Selbstmord von Evgeny Zharkin …

Man weiß zwar immer noch wenig bis gar nichts darüber, warum der 44-jährige Russe am 28. Jänner 2014 aus dem 8. Stock seines Wohnhauses in Clearwater/Florida sprang, aber einige Details seines Lebens vor dessen Freitod wurden bekannt.

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Der Russe Zharkin (Fotos – in den USA auch als Gene Zarkin bekannt) leitete eine ihm gehörende Marketingfirma, verfasste eine Reihe von Büchern über Marketing und Verkauf, sprach in über 300 Seminaren darüber – und war aktives Mitglied von WISE, dem World Institute of Scientology Enterprises.

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Seine “Wege” beim Verkünden der Scientology-Botschaft führten ihn dabei neben Russland auch in die Ukraine, nach Kasachstan, in die USA, nach Deutschland, Österreich, China, Indien, Hong Kong, Südafrika, Tschechien, Weißrussland, Kirgisistan, Moldawien, Armenien und Lettland.

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Er wurde dafür ausgezeichnet und sprang an besagtem 28. Jänner trotzdem aus dem achten Stock seines Hauses, das unweit der Sektenzentrale in Clearwater, dem „spirituellen Mekka“ der Psychosekte liegt.

Die Recherchen gehen weiter und so kann man hoffen, dass nicht nur die Headlines Scientology, WISE und Selbstmord bestehen bleiben werden, sondern auch die Frage nach dem Warum beantwortet werden kann.

Arlene Gasparini starb am 12. März 2011 – sie wurde 43 Jahre alt und hatte zuvor die Psychosekte bzw. NARCONON „besucht“ …

03 11032014 Arlene Gasparini

Morgen jährt sich der Todestag von Arlene Gasparini, die am 12. März 2011 starb. Arlene hatte 2009 das NARCONON-„Programm” von Scientology in Trois-Rivieres „absolviert”.

Sie wurde 43 Jahre alt, hatte Drogenprobleme, bezahlte 23.000 Dollar an NARCONON und nahm die toxischen Vitamin- und Niacin-Dosierungen des Scientology-„Reinigungsprogrammmes“ ein bzw. unterzog sich dem „Kommunikations- und Ethikprogramm“ der Psychosekte.

Arlene litt an Hepatitis C – trotzdem zwang sie Scientology/NARCONON zu deren „Reinigungsprogramm” mit exzessiven Saunabesuchen und hohen Vitamindosierungen.

Wissenschaftlich werden maximal 500 mg Niacin als verträglich angesehen. Unbeeindruckt davon zwang sie Scientology/NARCONON zu 2.000 bis 5.000 Milligramm pro Tag – und das trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung.

Alles was NARCONON „ausmacht“, wurde bzw. wird an ihrem Beispiel sichtbar: Inkompetente Mitarbeiter und der Wahnwitz des NARCONON-„Programmes“ usw. …

Arlene Gasparini starb am 12. März 2011 an einer Überdosis. Bei der Autopsie wurde festgestellt, dass u.a. ihre Leber zu über 50% zerstört war. Sie bekam ihre Rauschgiftprobleme nie in den Griff, geriet dann an eine Psychosekte, deren dubiose Methoden ihr Problem nur größer machten und letztendlich zu ihrem Tod beitrugen – wenn sie nicht bestimmendes Element waren!

David Love verlor eine Freundin, NARCONON in Trois-Riviere wurde mittlerweile durch den Staat geschlossen, aber Scientology/NARCONON bewirbt nach wie vor seine „Methode” und lockt die nächsten Menschen in diese Todesfalle.

Hier noch der Artikel von David Love im Exminer mit weiteren Details …

Und ein Video von David Love für Arlene Gasparini …

R.I.P. Arlene …

Foto: David Love/Privat

Eine Überdosis Rauschgift führte im Februar 2014 zum Tod eines Mitarbeiters des „Entzugsprogrammes” NARCONON [sic!] …

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Am 18. Februar 2014 starb Aron Riley an einer Überdosis – Riley war Mitarbeiter von NARCONON-Vista-Bay.

Wenn es nicht so traurig wäre, würde dieser Tod den ganzen Widerspruch von Scientology bzw. den Wahnsinn von NARCONON sichtbar machen – einerseits ein „Drogenentzugsprogramm”, andererseits stirbt ein NARCONON-Mitarbeiter, der als Staff Training Officer tätig war, also die Mitarbeiter in Bezug auf Drogen schulte, selbst an Rauschgift!

R.I.P. Aron Riley …

Foto: Facebook

Am 28. Jänner 2014 beging ein weiterer Scientologe Selbstmord, indem er aus dem 8. Stock sprang …

Station Square Condo Building ...

Station Square Condo Building …

Der 43-jährige Scientologe Evgeny Zharkin lebte gemeinsam mit seiner Frau im Station Square Condo Building in Clearwater, dem „spirituellen“ Hauptquartier der Psychosekte.

Am 28. Jänner 2014 sprang er aus dem 8. Stock des Gebäudes – die Polizei in Clearwater versucht im Moment, die Umstände seines Todes aufzuklären.

Sein toter Körper wurde an der Ostseite des Gebäudekomplexes aufgefunden – hier der Artikel in der Tampa Bay Times dazu …

Fundort der Leiche ...

Fundort der Leiche …

Fotos: Activerain, Why-we-protest

Die 27-jährige Scientologin Tayler Tweed beging am 10. Jänner 2014 Selbstmord …

01 20012014 Tayler Tweed

Vor ihrem Selbstmord äußerte Tayler Tweet (Foto) Zweifel über Scientology und sprach sich dabei u.a. gegen das „Disconnection-Gesetz“ der Psychosekte aus. Nach einem Sekten-„Handling“ hatte sie die entsprechenden Kommentare auf Facebook wieder gelöscht.

Tweed hatte in den letzten Jahren versucht, in der Musik- und Schauspielbranche zu reüssieren – Künstlername: Tayler DeBari.

In den Wochen vor ihrem Selbstmord sagte sie Freunden, dass das Thema Scientology keinen Platz mehr in ihrem Leben hatte.

Aber anstatt wie Leah Remini, die im Sommer vergangenen Jahres den Absprung schaffte, setzte sie ihrem Leben ein Ende, indem sie sich am 10. Jänner 2014 erschoss.

Tayler Tweed entstammt au seiner Scientologenfamilie und ihre Mutter, Catherine Tweed, versuchte nach dem Freitod ihrer Tochter alles, um die Psychosekte davon reinzuwaschen, indem sie u.a. eine Begräbnisfeier im Celebrity Center International veranstaltete – O-Ton Catherine Tweed: „Wir hatten die allerschönste Zeremonie für sie. Es war unglaublich.“

Catherine Tweed hat den Scientology-„Rang“ eines OT VIII inne – hier die Truth-About-Scientology-Belege: Einmal als Cathy Tweed und einmal als Catherine Tweed.

R.I.P. Tayler Tweed …

Foto: The Underground Bunker

Interview mit Franz L.* zu den „scientologischen Rahmenbedingungen” des Todes von Mike Köhler in Bremen …

Das Interview wurde vom Filmemacher Markus Thöss im Rahmen der Recherche zum Tod des Scientologen Mike Köhler geführt …

Weitere Informationen findet man hier

* Name der Redaktion bekannt

Die 28-jährige Eva Bidlingmaier beging Selbstmord, indem sie einen Fön und einen Heizlüfter in ihr Badewasser schmiss …

Symbolfoto ...

Symbolfoto …

Die Todesursache war beim Selbstmord von Eva Bidlingmaier klar: Sie wurde am 24. Februar 2001 gegen 20.00 Uhr in lauwarmen Badewasser gefunden. Unter der Leiche wurden ein Fön und ein Heizlüfter entdeckt, die zu ihrem Tod geführt hatten. Im Brustbereich und im Gesicht wurden mehrere kleine kreisrunde Verbrennungen entdeckt, die von der ermittelnden Behörde als Selbstbeibringung durch „Zigarettenausdrücken“ klassifiziert wurde.

Die 28-jährige Bidlingmaier war Scientologin in Stuttgart und hatte am 18. Februar, also sechs Tage vor ihrem Selbstmord, an einem „Lebensberatungsgespräch“ von Scientology teilgenommen.

Nachdem kein Fremdeinwirken festgestellt werden konnte, stellte die Behörde die Untersuchungen ein.

Dazu noch zwei Schriftstücke aus der Ermittlung …

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09092013 Bidlingmaier 2

Foto: Favim

Der 35-jährige Mike Köhler verblutete in Bremen nach dem Absolvieren von Scientology-„Praktiken“ …

Symbolfoto ...

Symbolfoto …

Die genauen Todesursachen, die am 19. April 2004 zum Tod von Mike Köhler geführt haben, wird man wohl nie völlig aufklären können – die ermittelnden Behörden stießen auf eine Mauer des Schweigens.

Fest steht nur, dass Köhler als Schlosser bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt war, langjähriger Scientologe und in einer Bremer Wohngemeinschaft mit anderen Scientologen lebte. Bei Scientology absolvierte er u.a. mehrmals das sogenannte „Reinigungsprogramm“, bevor er an einer „Bauchentzündung“ starb.

Bei der Obduktion wurde eine ca. 30 cm große Wunde in seinem Darm entdeckt, an der er über einen längeren Zeitraum hinweg innerlich verblutete. Gemäß den Aussagen eines Mitbewohners lag er die letzten Tage vor seinem Tod nur mehr apathisch herum und seine scientologischen Mitbewohner unterhielten sich darüber, dass sich „der Thetan nun einen neuen Körper suchen würde“, anstatt einen Arzt zu holen.

Dazu noch zwei Schriftstücke aus der Ermittlung …

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Wenn Sie über Informationen zum Fall verfügen: gdpa@wilfriedhandl.com

Foto: CDN 3

Am 19. Mai 2012 starb die 22-jährige Amber Bullins im NARCONON-Center „Tranquility Detox“ in Michigan …

Amber Bullins  ...

Amber Bullins …

Es ist zwar schon über ein Jahr her, aber die Behörden haben erst vor Kurzem die Untersuchungen im Todesfall von Amber Bullins eingeleitet. Sie starb im Mai vergangenen Jahres in einer NARCONON-Einrichtung mit dem Namen Tranquility Detox. Dieses befindet sich in Battle Creek, Michigan, und steht im Besitz des Scientologen Per Wickstrom, der in der Stadt auch die die NARCONON-Einrichtung A Forever Recovery betreibt.

Ambers sollte ursprünglich in einer anderen NARCONON-Wickstrom-Einrichtung, der Best Drug Rehabilitation in Manistee/Michigan, ihr „Programm“ absolvieren, wurde am 17. Mai 2012 aber in das Tranquility Detox Center verwiesen, wo sie am 19. Mai starb.

In ihrem Toxikologiebericht sind eine ganze Reihe von Drogen angeführt – die offene Frage: Wie kann jemand zwei Tage nach Beginn des NARCONON-„Programms“ so viele Drogen zu sich genommen haben?

Die genauen Umstände werden nun von den Behörden untersucht, das Tranquility Detox ist telefonisch nicht mehr erreichbar.

Der US-Sender ABC plant eine Reportage über das NARCONON-Imperium von Per Wickstrom in Michigan, der „Expansionspläne“ für Indiana hat.

Hier noch der Blog von Tony Ortega mit weiteren Informationen dazu …

Foto: The Underground Bunker

Der 29-jährige Johannes Scheepers beging am 30./31. August 1968 Selbstmord im Hauptquartier der Psychosekte …

Symbolfoto …

Symbolfoto …

Der Südafrikaner Johannes Hermanus Scheepers, 29, nahm im damaligen Hauptquartier von Scientology, East Grinstead, Sussex/England, an „Kursen“ der Psychosekte teil und beging am 30./31. August 1968 Selbstmord, indem er einen Schlauch ins Innere eines Autos verlegte und die Auspuffgase einatmete.

David Gaiman, Eigner des Wagens, bestritt im Folgenden jeden Zusammenhang – Gaiman war u.a. der Öffentlichkeitssprecher von Scientology und Teil des scientologischen Geheimdiensts, der damals Guardian Office hieß.

Hier noch ein Artikel von The Times dazu …

ScheepersArticle 31 Aug 1968

Foto: Documenting Reality

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